News und Berichte

30.04.2022

Der etwas andere Osterlehrgang - Ostern 2022 in Hamburg

Nach der Absage des Osterlehrgangs durch Meister Asai Anfang Februar hatte sich der Landesverband Aikikai-Norddeutschland e.V. kurzerhand entschlossen, den Aikido-Übenden im Norden ein Rumpfersatzprogramm anzubieten: Mehr bzw. überhaupt Aikido ist immer besser als weniger bzw. gar kein Aikido. Und Schoko-Ostereier kann man auch vor und nach dem Training essen.

 

Alle Prognosen in Bezug auf die Corona-Zahlen gingen in die "richtige" Richtung, ein Hygienekonzept ist ja mittlerweile auch schnell erstellt - insofern sprach nichts dagegen. Letztendlich haben wir unter "0G-Bedingungen" mit einer dringenden Bitte um vorherige Schnelltestung geübt. Das Tragen einer Maske auf der Matte erfolgte in Eigenverantwortung unter Berücksichtigung des eigenen Sicherheitsbedürfnisses. Eine Übernachtung auf der Matte wäre ebenfalls möglich gewesen, hätte sich vor dem Hintergrund der Kosten für einen Sicherheitsdienst aber nur bei höheren TeilnehmerInnen-Zahlen gelohnt. So sind die zugereisten Aikidoka in Hotels, günstig in Jugendherberge, auf dem Campingplatz oder auch - ganz umsonst - privat untergekommen.

 

Angeboten hatten wir in diesem Jahr insgesamt 4 Einheiten mit jeweils 2 Einheiten am Ostersamstag und Ostersonntag (16./17.04.22). Über die beiden Tage verteilt waren ca. 60 Aikidoka auf der Matte - die meisten für den kompletten Lehrgang. Viele kamen natürlich aus dem Norden - wir hatten aber auch Übende aus Bayern, NRW, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, Berlin-Brandenburg und sogar aus dem Ausland (ich hoffe, ich habe keinen vergessen). Wir danken hier für das Kommen und die damit verbundene längere Anreise.

 

Als LehrerInnen standen Fredy Jahr vom Judo-Klub Elmshorn, Silke Makowski von Tokai-Sports, Thomas Domroess vom AikidoKontor Hamburg und Rüdiger Höhne vom TSV Reinbek zur Verfügung. Wir danken für die Übernahme der Einheiten. Der Einsatz der verschiedenen LehrerInnen war übrigens ein Konzept, das bei den SchülerInnen auf der Matte sehr gut ankam: Unterschiedliche didaktische Schwerpunkte ergänzten sich gegenseitig und machten die bunte Reichhaltigkeit des Aikidos unter dem gemeinsamen Dach des Aikidos von Meister Asai sehr gut deutlich. Dass die Halle wunderschön ist und die Sonne lachte, zahlte natürlich ebenfalls auf eine entspannte Stimmung ein.

 

Am Sonntag konnten wir zusätzlich zu den Lehrgangseinheiten noch Prüfungen bis zum 1. Kyu anbieten - nachdem der Lehrgang in Elmshorn mit Meister Asai ja leider wg. Krankheit ausgefallen war, gab es auch hier einen gewissen Bedarf. Unter der Leitung unseres ALP-Vertreters Thomas Domroess und unter Einbindung der anwesenden Fukushidoin wurden drei 1. Kyus geprüft. Wir gratulieren Dana D. von Tokai aus Flensburg, Anne H. und auch Ulli S. (beide Aikido-Schule Greifswald) zu ihren bestandenen Prüfungen.

 

Und dann gab es natürlich noch die so unschöne Weltpolitik. Dass die Matten gelb und blau waren, war natürlich Zufall (aber trotzdem ein kleines willkommenes Zeichen der Solidarität). Bei aller Freude über das eigene Aikido-Üben wollten wir auch ein wenig an die tragische und schlimme Situation in der Ukraine denken und darauf aufmerksam machen. Auf Vorschlag von Silke Makowski hatten sich die vier LehrerInnen darauf verständigt, dass sie ihre Aufwandsentschädigungen den Geflüchteten spenden wollten. Einige TeilnehmerInnen des Lehrgangs sind diesem Beispiel gefolgt - einige haben sogar gespendet, obwohl sie krankheitsbedingt verhindert waren (ein großes Dankeschön dafür). Wir als Landesverband haben dann noch etwas dazu getan, so dass insgesamt 1.500 Euro zusammen gekommen sind. Diese gehen jeweils zu 50% an die Aktion Deutschland Hilft e.V. und an die Uno-Flüchtlingshilfe e.V. (beide Organisationen haben das DZI-Spendensiegel). Mehr geht natürlich immer, aber wir sind trotzdem froh, dass wir - im Sinne der Idee des Aikidos - unseren kleinen Beitrag leisten können, dass die Welt ein wenig leichter und friedvoller wird.

 

Danken möchte ich noch Birgit Schindler für die Lehrgangsorganisation, André Ruhland für die Photos und allen anderen, die zum Gelingen dieser beiden Tage beigetragen haben. Die Stimmung auf der Matte war von einer großen Dankbarkeit für das gemeinsame Üben geprägt.

 

#aikido #aikikai #lehrgang

 

Text: John Mager

Photos: André Ruhland / Birgit Schindler / Thomas Domroess / John Mager


03.04.2022

Kinder- und Jugendlehrgang am 19.03.2022 in Reinbek

Einen schönen Bericht hatte bereits Mathias Quaas aus Boizenburg geschrieben. Ihr findet ihn hier. Auch auf Facebook gab es ja schon das ein oder andere Bild dazu. Einfach mal reinschauen...

 

Danke an alle, die bei der Organisation und Durchführung mitgewirkt haben und an die beiden Lehrer Mathias Quaas und Alexander Kupin. Ich finde es toll, dass wir wieder ein paar Kinder und Jugendliche für einen Lehrgang auf der Matte hatten.

 

Text: John Mager

Bilder: Jana Jacobsen


09.02.2022

Stock- & Schwertlehrgang mit Thomas Domroeß am 29.01.2022 in Prisdorf

Ende Januar hatte der Aikikai-Nord zu einem Stock- und Schwertlehrgang unter der Leitung von Thomas Domroeß (5. Dan) in Prisdorf eingeladen. Es kamen Teilnehmer:innen aus Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Draußen tobte der Wind und wirbelte die dicken Wolken über den Himmel. Drinnen in der Turnhalle wurde in ruhiger, entspannter Atmosphäre coronakonform trainiert.

 

Ca. 30 Aikidoka übten in den ersten zwei Stunden Stocktechniken. Nach einer kurzen Aufwärmphase mit Atemübungen weckte Thomas Domroeß immer wieder den Anfängergeist (SHOSHIN), indem er neue, ungewohnte Übungen mit dem Stock und Variationen der bekannten Techniken präsentierte. Rund ein Drittel der Übenden waren Kyu-Träger:innen, die mit den neuen Abläufen kämpften. Besonders gefallen hat mir die Fußbewegung, bei der die Körpermitte über dem Mittelpunkt stehen bleibt, und beide Füße umgesetzt werden.

 

Thomas Domroeß war erfreut, dass ihm alle insgesamt gut folgen konnten und führte dies auf das häufigere Üben mit Stock und Schwert während der Pandemie zurück. Individuell ging er auf die Schwierigkeiten der Kyu-Träger:innen ein. Auch die tiefgehenden Fragen der DAN-Träger:innen erörterte er ausführlich.

 

In der halbstündigen Pause war dann Zeit, sich an der frischen Luft den Kopf freipusten zu lassen, durchzuatmen und Freundschaften zu pflegen.

 

Im zweiten Teil des Lehrgangs ging es mit dem Schwert weiter. Hier legte Thomas Domroeß besonders Wert auf den Kontakt zwischen den Schwertern, die eine Verlängerung der eigenen Mitte sind,  und die Verbindung der Trainingspartner. Er betonte das dabei entstehende Geräusch, das beim Abgleiten der Klinge entsteht. Und er gab einen geschichtlichen Einblick in das traditionelle Üben bzw. Kämpfen mit dem Schwert bei den alten Japanern, deren kostbare Schwerter lange unversehrt bleiben sollten. Wir lernten zwei Varianten von Hasso und konnten spüren, wie sich dieser Unterschied in der Kata Nr. 6 auswirkte. Ein weiterer Schwerpunkt war die energetische Verbindung der Übungspartner:innen. Rüdiger Höhne und Alexander Kupin zeigten eindrucksvoll, was es bedeutet, miteinander den Ki-Knoten zu knüpfen. Mir ist besonders im Gedächtnis geblieben, dass die treibende Kraft nicht immer der Angreifer in der Kata haben muss.

 

Es war für mich ein bereichernder Lehrgang, bei dem ich am Fluss von bekannten Techniken üben, an der Umsetzung von neuen Techniken feilen und ein Gespür vom Ki entwickeln konnte. 

 

Text: Silvia Hoffhenke

Text O-Töne: Teilnehmer:innen

Bilder: Andre Ruhland

"O-Töne": Folgendes hat mir am Lehrgang gefallen

Mir hat besonders das Feilen an Distanz und Timing in der Stockkata 4 und der Schwertkata 6 gefallen. Und welchen Unterschied es auf Distanz und Timing macht, je nachdem, wie der Hasso ausgeführt wird.

- Die Themen 

- Die Vermittlung

- die muntere Stimmung

Klar auf die Fragen und Bedürfnisse der Teilnehmer ausgerichtet.

Mir haben die kleinen Variationen gefallen. Ich fand die neuen Bewegungsmuster bereichernd.

Die Atmosphäre dass wir konzentriert geübt haben, es jedoch auch Platz für Späße und Lachen gab. Jeder wurde mit seinen Fragen ernst genommen und es wurde die Zeit gegeben, diese Fragen zu behandeln und Probleme zu lösen.

"O-Töne": Das war mein Highlight des Lehrgangs

Mein Highlight war, neue Bewegungsmuster kennen zu lernen und zu üben und nebenbei einen Tipp für weniger rutschige Tabi zu bekommen.

der Kontakt zur Gruppe

Als Rüdiger und Alexander die Kata vorgeführt haben und da noch mehr zu sehen oder spüren war, was ich nicht in Worte fassen kann.

Neue Bewegungen außerhalb der eigenen 'Komfortzone', es macht Spaß immer neues zu lernen.